Das Christkind trägt Gelb: Wenn die Postwichtel im Tessin Weihnachtsbriefe beantworten
Kinder aus der ganzen Schweiz schreiben zur Adventszeit Briefe ans Christkind.

Sie schreiben ihre Wünsche ans Christkind, zeichnen ein Weihnachtsbild oder schicken vereinzelt kleine Geschenke an den Weihnachtsmann: Jahr für Jahr geben sich Kinder aus der ganzen Schweiz grösste Mühe, wenn sie dem Christkind oder dem Weihnachtsmann einen Brief schicken. Dieser Einsatz will belohnt sein. Und damit kommen die Postwichtel ins Spiel. Diese arbeiten in einer «Sonderfiliale des Weihnachtsmanns und des Christkinds», die sich im Tessin befindet. Die acht Wichtel erhalten die ersten Briefe bereits im November, richtig «los» geht es dann aber im Dezember. Über die Hälfte der Briefe stammen dabei traditionsgemäss aus der Westschweiz. Die restlichen Briefe kommen zu fast gleichen Teilen aus der Deutschschweiz und dem Tessin. Die Postwichtel bereiten Rücksendecouverts vor, die sie mit einem kleinen Geschenk bestücken sowie mit Weihnachtsmarken und dem Stempel von Bethlehem versehen.
Briefe ans Christkind, an Père Noël und Babbo Natale
Doch warum gelangen die Briefe gerade ins Tessin? Grundsätzlich gelten Briefe, die keiner Person zuzuordnen sind, als nicht zustellbar. So also auch Adressen wie «Ans Christkindli an der Himmelstrasse» oder «An den Weihnachtsmann am Nordpol». Die im Jargon der Post eigentlich «unanbringlichen Briefe» werden aber seit 1950 – also seit 70 Jahren – nicht mehr mit dem Vermerk «Empfänger unbekannt» abgestempelt und zurückgeschickt, sondern von den Post-Wichteln «in den hohen Norden weitergeleitet». Seit 1950 hält die Post also ihre Mitarbeitenden jedes Jahr an, alle Briefe und Karten, die auch nur den kleinsten Hinweis auf das Christkind oder den Weihnachtsmann enthalten, ins Tessin weiterzuleiten. Das Briefformat darf dabei auch von den Standardformaten abweichen. Äusserst wichtig hingegen ist die Korrektheit der Absenderadresse, damit die Antwort des Christkinds oder des Weihnachtsmanns auch ankommt.