«Das ist kein Schönheitswettbewerb. Es ist datenbasierte Forschung.»
Die Post setzt auf datenbasierte Forschung statt auf Äusserlichkeiten. Erfahren Sie, wie Analysen Innovation und Effizienz vorantreiben.
Patrick StöpperMediensprecherLesezeit 5 Minuten

Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen eruiert der Weltpostverein (UPU) jährlich den sogenannten «Integrated Index for Postal Development» und beurteilt damit die Postorganisationen von 180 Ländern. Der Weltpostverein wendet für dieses Ranking die gleichen Kriterien bei all ihren Mitgliedern an. Doch wie sehen diese Kriterien genau aus? Wo könnte sich die Schweizerische Post – trotz Platz eins – gemäss Weltpostverein sogar noch steigern? Und welche Länder sind bei diesem Ranking dabei? Wir haben mit José Anson gesprochen. Er ist der Chef-Ökonom des Weltpostvereins und verantwortlich für die jährliche Erhebung und Auswertung des «Integrated Index for Postal Development».
José Anson, nach welchen Kriterien misst der Weltpostverein die Leistungsfähigkeit der Postorganisationen?
Wir schauen immer den Weg einer internationalen Sendung an, also zum Beispiel den eines Paketes. So sehen wir automatisch, wie die Postleistungen im Versand- und Empfangsland sind. Für diesen Weg haben wir vier Kriterien entwickelt:
- Reichweite: Ein wichtiges Messkriterium ist hier zum Beispiel, wie gut eine Post in die internationalen Systeme integriert ist. Oder mit anderen Worten: wie gut sie mit dem Rest der Welt verbunden ist.
- Zuverlässigkeit: Hier geht es unter anderem um die Zustellgeschwindigkeit und -genauigkeit.
- Relevanz: Zum Beispiel für die Bürgerinnen und Bürger des jeweiligen Landes.
- Widerstands- und Anpassungsfähigkeit: Zum Beispiel bei technologischen Veränderungen, Wirtschaftskrisen oder Umwelteinflüssen.
Diese vier Kategorien werden alle gleich gewichtet.
Es gibt zudem noch zwei Bonuskategorien:
- Ökologische Leistungen: Gemeint ist vor allem die CO2-Reduktion. Die Schweizerische Post gehört auch hier zu den führenden Postunternehmen in der Welt.
- Statistische Qualität: Es geht um die Frage, wie gut die Daten sind, die wir zur Herstellung des Rankings erhalten. Hier hat die Schweizerische Post das Maximum erreicht.
Dass die Schweizerische Post seit neun Jahren den Spitzenplatz innehat, zeigt die konstante Leistungsfähigkeit.
Wo sticht die Schweizerische Post besonders heraus?
Das Maximum der Punkte hat die Schweizerische Post im Bereich der Relevanz erreicht. Sie ist maximal relevant für die Bevölkerung, für die Gesellschaft. Die Post ermöglicht mit ihren Dienstleistungen ein Wirtschaftswachstum und unterstützt den Wohlstand in der Schweiz. Das ist von unschätzbarem Wert und geht weit über die Bilanzzahlen der Post hinaus.
Sie ist für andere Postunternehmen eine Referenz, wenn es darum geht postalische Exzellenz zu erreichen. Natürlich hat die Schweizerische Post dadurch automatisch auch eine grosse Verantwortung.
Wo könnte sich die Schweizerische Post noch verbessern?
Die Schweizerische Post hat im Bereich der Anpassungsfähigkeit, konkret bei der Erstzustellung, noch etwas Luft nach oben. Eine verpasste Erstzustellung bedeutet für alle Parteien – Kundschaft, wie auch die Post – einen zusätzlichen Aufwand. Die Post könnte das Engagement der Kundinnen und Kunden in der Post-App noch perfektionieren, zum Beispiel um Erstzustellungen noch besser zu steuern. Da sehe ich persönlich als Kunde der Schweizerischen Post aber bereits Fortschritte. Und ich muss betonen: Wir reden hier von Optimierungen auf höchstem Niveau.
Welche Länder machen eigentlich mit?
Die Teilnahme ist für alle 191 Mitgliederstaaten obligatorisch. Es kommt leider vor, dass durch unglückliche Umstände, wie zum Beispiel Krieg oder Krisen, nicht alle Länder die Daten ihrer Postorganisationen mit uns teilen können. Mitgemacht haben 180 Länder. Dazu gehören zum Beispiel Japan, die USA, Australien oder Italien. Wir als Weltpostverein sind dafür verantwortlich, dass wir die Entwicklung der postalischen Infrastruktur in der ganzen Welt messen und evaluieren können. Dafür benötigen wir brauchbare Daten. Nur so können wir zuverlässige Statistiken erstellen. Das Post-Ranking ist kein Schönheitswettbewerb. Es ist datenbasierte Forschung.
Alex Glanzmann, Konzernleiter ad interim, dankt den Mitarbeitenden
Zum neunten Mal in Folge ist die Schweizerische Post zur besten Post der Welt gekürt worden. Die Auszeichnung durch den Weltpostverein ist der Verdienst aller rund 45’000 Post-Angestellten, sagt Alex Glanzmann, CEO ad interim: «Was wir erreicht haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis von viel Einsatz, Herzblut und Teamgeist. Ich danke allen Mitarbeitenden. Ihr macht die Post zu dem, was sie ist: stark, relevant und ein Mehrwert für die Schweiz.» Schon im März kommunizierte die Post, dass sie die regulatorischen Qualitätsvorgaben des Bundes im Jahr 2024 übertroffen hatte. Sie investiert weiter in ihre Infrastruktur, damit alle Sendungen bei den Kundinnen und Kunden auch in Zukunft pünktlich, zuverlässig und sicher ankommen. Das Ziel ist, den Menschen in der Schweiz den Alltag zu erleichtern und echten Mehrwert zu bieten. So sichert sie nachhaltig die Grundversorgung und den Service public – und finanziert diese weiterhin aus eigener Kraft.