Der IT-Standort der Post in Bellinzona, wo der erste Internetauftritt der Post entstanden ist, feiert sein 30-jähriges Jubiläum
Seit 30 Jahren prägt der IT-Standort Bellinzona die Digitalisierung der Post – IT-Fachpersonen sind heute unverzichtbar für den Konzern.
- Die Schweizerische PostLesezeit 4 Minuten

1995: «Als Speicherkarten und Disketten normal waren»
Damals, 1995, bescherte die Einführung des maschinellen Zahlungsverkehrs der damaligen PTT im Tessin einen Stellenabbau. Nach Gesprächen mit der Regionalpolitik wurde eine Lösung gefunden, um südlich des Gotthards Arbeitsplätze für Fachkräfte zu sichern: Ein IT-Standort in Bellinzona entstand. «Am Anfang waren wir zu siebt », erinnert sich Roger Mossier, heute Standortleiter in Bellinzona. «Wir sprechen von 1995, als Speicherkarten und Disketten zum Alltag gehörten, heute sind sie nur noch in Museen zu finden.» Für die Tessiner Informatikgruppe war der damalige Kontext ideal, um Ideen, Projekte und Kompetenzen zu entwickeln. «Wir waren bald im ganzen Kanton Tessin gefragt, führten nicht nur für die damalige PTT Projekte durch, sondern auch für kantonale Firmen, Banken und Privatfirmen.»
1997: Die Website der Post wird im Tessin lanciert
1997 wurde von Bellinzona aus die allererste Version von http://www.post.ch aufgeschaltet. Ein erster Schritt, der den Weg zur Post von morgen ebnete und gleichzeitig rasante Entwicklungen bei der Sicherheit mit sich brachte. Denn vor dem Internet war das ganze Netz intern und damit geschützt. Mit der Einführung einer öffentlich zugänglichen Website musste man sich auch sofort mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen. Heute arbeiten, im Rahmen der Weiterentwicklung des Kundenlogins und der Schnittstelle zur Online-Sendungssteuerung für Kunden, rund 20 Mitarbeitende ausschliesslich an den Zugriffsberechtigungen der diversen Post-Applikationen. Dort, wo die Sicherheit ein zentrales Thema für die gesamte Post ist, liegen die Kundenlogin-Projekte in der Verantwortung des IT-Standorts Bellinzona und werden im Tessin für die gesamte Schweizerische Post entwickelt.

2025: Kundenzufriedenheit ist zentral
Heute kümmert sich die IT-Abteilung in Bellinzona mit aktuell über 100 Mitarbeitenden, nebst dem Kundenlogin, in Zusammenarbeit mit den anderen Informatikstandorten der Post um zahlreiche Projekte: vom Onlineshop bis zur Entwicklung modernster Technologien für die Logistik der Post. Dazu gehört insbesondere Infrastruktur, die es dem Zustellpersonal ermöglicht, mithilfe von immer leistungsfähigeren Scannern und Applikationen die Zustellzeiten und -arten optimal zu steuern. Nicolò Sartori startete 2006 als Lernender bei der Post und machte seitdem eine eindrückliche Entwicklung: erst vom Entwickler zum Projektleiter und dann zum Teamleiter und Operation Stability Manager. Qualität ist für ihn entscheidend: «Die Kundenzufriedenheit – intern und extern – ist zentral. Wir entlasten die Mitarbeitenden der Post. Aber vor allem entwickeln wir unsere Systeme für die Kundinnen und Kunden weiter, die es schätzen, entscheiden zu können, wo, wie und wann sie ihre Sendungen erhalten.»
ICTSkills 2025: junge Talente auf dem Weg zu IT-Excellence
Die Post ist mit rund 1500 Mitarbeitenden die drittgrösste IT-Arbeitgeberin der Schweiz und bildet seit über 25 Jahren Informatiklernende aus. Im Tessin haben seit dem Jahr 2000 26 Jugendliche ihre Lehre in diesem Bereich abgeschlossen, und ein Grossteil von ihnen setzt die Karriere bis heute im Unternehmen fort. Matteo Galassini ist einer von ihnen: 2022 begann er als Lernender am IT-Standort Bellinzona, seit August ist er nun offiziell Teil des Tessiner IT-Teams und hat im September an den Schweizer Berufsmeisterschaften ICTSkills 2025 in Bern teilgenommen. Dank seiner hohen Punktzahl an den regionalen ICT-Meisterschaften durfte er an der renommierten Veranstaltung teilnehmen, wo er dem Namen der Post und dem Image des Kantons Tessin alle Ehre machte und in der Disziplin IT Software Solutions for Business den sechsten Platz belegte. «An den ICTSkills in Bern teilzunehmen, war eine emotionale Erfahrung. Alles ging blitzschnell. Ich arbeitete sieben Stunden am Stück an der Entwicklung einer Rasenmäher-Applikation, das war intensiv. Ich fühlte mich aber vor, während und nach dem Wettbewerb unterstützt, wie auch während meiner ganzen Lehrzeit bei der Post», verrät Matteo.