«Liebes Christkind, falls es dich gibt … bring mir bitte ein iPhone!»

Ab Ende November schreiben Kinder aus der Schweiz ans Christkind. Postwichtel bewältigen die Briefflut mit viel Logistik-Know-how und Herz.

Lesezeit 3 Minuten
  • Nathalie Dérobert FellayMediensprecherin

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Die Post als langjährige Partnerin des Weihnachtsmanns und des Christkinds


Seit über 60 Jahren pflegt die Post eine einzigartige Tradition: Sie hilft dem Weihnachtsmann und dem Christkind, Tausenden von Briefe zu beantworten. In einer Sonderfiliale im Tessin arbeitet ein Team von acht Wichteln. Sie sammeln, sortieren und ordnen die Briefe nach Sprache, damit jedes Kind eine Antwort bekommt. «Wir Wichtel krempeln die Ärmel hoch und sortieren die eintreffenden Berge von Briefen. Jedes Kind erhält eine Antwort von uns und natürlich ein kleines Geschenk», erklärt der Chefwichtel.

Materielle und symbolische Wünsche

Auf die Frage, wie sich die Wünsche entwickeln, sieht der Wichtelchef vor allem eines: Kontinuität. «Während der Corona-Pandemie haben sich viele Kinder gemeldet, die über die Situation besorgt waren. Seither sind aber wieder Videospiele oder Handys gefragt.» Die meisten Briefe sind bunt und fröhlich. Manche gehen den Wichteln jedoch tief unter die Haut. «Ich erinnere mich an Briefe, die mich zu Tränen gerührt haben: Kinder erzählten vom Verlust eines kleinen Bruders oder eines Elternteils oder baten um Hilfe für einen arbeitslosen Vater. Solche Briefe sind eher selten, berühren einen aber tief.»

Kinderzeichnung: Rentier mit Christbaum
Kinderzeichnung: Weihnachtsmann mit Sack
Kinderzeichnung: Weihnachtsmann mit Schlitten
Kinderzeichnung: Christkind mit Tannenbaum
Kinderzeichnung: Christbaum mit Päckchen
Kinderzeichnung: Weihnachtsmann mit Rentier

Auch Schulen schreiben dem Christkind oder Weihnachtsmann

Immer mehr Schulen verfassen gemeinsam Briefe an das Christkind oder den Weihnachtsmann. Eine Tradition, die Lehrpersonen und Schüler begeistert: « Am besten gibt die Lehrperson die Klassengrösse an. So können wir allen antworten und jedem Kind ein kleines Geschenk schicken», sagt der Chefwichtel.

Regionale kulturelle Unterschiede

Die Briefe offenbaren auch kulturelle Unterschiede. «In der Westschweiz richten die Kinder ihre Wünsche in der Regel an den Père Noël. In der Deutschschweiz schreiben sie traditionell dem Weihnachtsmann, Christkind oder Samichlaus. Die Tessiner Kinder schreiben an den Gesù Bambino und den Babbo Natale», erläutert der oberste Wichtel. Die Traditionen unterscheiden sich je nach geografischer Region und nach Konfession der Kantone (protestantisch oder katholisch). Besonders interessant: 60 Prozent der Briefe stammen aus der Westschweiz, 20 Prozent aus der Deutschschweiz und 20 Prozent aus dem Tessin.

Tabelle zeigt Anzahl Briefe ans Christkind von 2012 bis 2024 sowie Sprachanteile (Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch) und prozentuale Veränderung zum Vorjahr. Höchstwert 2021 mit 35’903 Briefen, Tiefstwert 2012 mit 17’149. Französisch dominiert durchgehend, Deutsch und Italienisch folgen, Englisch unter 6 %.

Dem Weihnachtsmann oder Christkind schreiben: So erhalten die Kinder noch vor Weihnachten eine Antwort

  • Adresse: Egal ob der Brief an den «Weihnachtsmann am Nordpol», das «Christkind» oder an den Weihnachtsmann: Die Post stellt sicher, dass alle Briefe am richtigen Ort ankommen.
  • Absender: Wichtig ist, dass auf der Rückseite des Umschlags oder im Brief selbst der Name und die Adresse des Kindes klar ersichtlich sind. So kann das Christkind oder der Weihnachtsmann jedem Kind persönlich antworten.
  • Brief frankieren: Denken Sie daran, Ihren Brief mit einer Briefmarke (A- oder B-Post) zu frankieren.
  • Fristen: Um eine Antwort vor dem 24. Dezember zu erhalten, sollte der Brief bis zum 12. Dezember abgeschickt werden.