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Mit klarem Fokus in die Zukunft: Warum die Post ihre IT neu ausrichtet

Die Post richtet ihre IT grundlegend auf die Zukunft aus und leitet einen weiteren, umfassenden Transformationsschritt ein. Wie in der ganzen IT-Branche erhöht der rasante technologische Wandel den Kosten- und Handlungsdruck – auch bei der Post. CIO Wolfgang Eger erklärt, warum weniger Komplexität, ein klarer Kostenrahmen und der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz entscheidend sind, damit die Post schnell agieren kann und wettbewerbsfähig bleibt.

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  • Die Schweizerische Post|01.06.2026Lesezeit 1 Minute
© Die Schweizerische Post

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Wolfgang Eger, warum und wie macht die Post ihre IT fit für die nächsten Jahre?

Mit dem Umbau der IT-Architektur stellen wir sicher, dass die IT der Post strategisch wirksam ist – und damit einen echten Beitrag zu einer starken und relevanten Post leisten kann. Wir machen unsere IT fit für die Zukunft, indem wir konsequent fokussieren. Die ganze Post will in den internen Bereichen schneller und einfacher werden. Dafür müssen wir die über Jahre gewachsene Komplexität in unseren IT‑Systemen abbauen. Das heisst: Wir beschleunigen unsere internen Prozesse, vereinfachen die Systemlandschaft und setzen künstliche Intelligenz wirkungsvoll und verantwortungsbewusst im Tagesgeschäft ein. Die IT übernimmt dabei die Rolle einer strategischen Partnerin und steuert Vorhaben gemeinsam mit dem Business.

Wie gehen Sie den Umbau an – was sind die wichtigsten Hebel?

Im Kern geht es um drei eng miteinander verbundene Themenfelder: Erstens erneuern wir unsere Systemarchitektur, bauen wir zum Beispiel Doppelspurigkeiten, alte Systeme wie auch gewisse Sonderlösungen über die nächsten Jahre ab. Zweitens senken wir die IT‑Kosten, indem wir Projekte und Leistungen stärker auf Wirkung und Gesamtkosten ausrichten und die Zusammenarbeit mit Lieferanten optimieren. Und drittens treiben wir die Technologiebeschleunigung voran, insbesondere durch den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Wir steuern dabei IT‑Vorhaben gemeinsam mit dem Business über ein Business‑IT‑Portfoliomanagement.

Wie verändert sich damit die Rolle der IT im Konzern?

Für die IT bedeutet das eine klare Stärkung ihrer Rolle. Wir sind nicht mehr nur Umsetzer oder Dienstleister, sondern ein strategischer Partner auf Augenhöhe mit dem Business. Zudem tragen wir dazu bei, den Konzern bei der Komplexitätsreduktion führend zu unterstützen. Einfacher gesagt heisst das: Wir helfen dem Business, das Geld gezielt einzusetzen, Folgekosten transparenter zu machen und damit insgesamt mehr Wirkung mit weniger Aufwand zu erzielen. Diese neue Rolle ist anspruchsvoll. Aber sie zeigt auch, dass wir als IT inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht haben.

Welchen Einfluss hat KI auf die künftige Aufstellung der IT?

Künstliche Intelligenz wird zunehmend ein integraler Bestandteil der IT‑Arbeit. Wir sind überzeugt, dass wir unsere Produktivität, Qualität und Geschwindigkeit damit deutlich erhöhen. Wir investieren gezielt in KI und setzen sie überall dort ein, wo sie uns nachweislich hilft – in der Softwareentwicklung, im IT‑Betrieb, im Wissensmanagement, in der Informationssicherheit und im Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden. Für uns ist KI kein Hype, sondern ein strategisches Werkzeug. Gleichzeitig investieren wir in Governance, Sicherheit und auch in die Befähigung der Mitarbeitenden, damit wir KI vertrauenswürdig und verantwortungsvoll einsetzen.

Welche Leitplanken gelten für den KI-Einsatz bei der Post – und wie stellen Sie sicher, dass Chancen und Risiken im Gleichgewicht bleiben?

Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen: Strategische, ethische und rechtlich relevante Entscheidungen treffen wir bewusst selbst. Die Leitplanken sind unsere Digitalethik-Prinzipien sowie klare Vorgaben zu Governance, Sicherheit und Datenschutz. KI ist kein Selbstzweck – sie muss einen nachweisbaren Nutzen stiften. Wir setzen die neuen Technologien gezielt dort ein, wo sie uns dabei helfen, Routinen zu automatisieren, Daten zu analysieren und Entscheidungen besser vorzubereiten. Und: KI wird zur Basiskompetenz. Darum investieren wir in Lernangebote und eine Lernkultur, damit unsere Mitarbeitenden KI sicher, verantwortungsvoll und wirksam im Arbeitsalltag einsetzen können.

Wie wirken sich die nächsten Schritte auf die Kosten und das Personal aus?

Wo immer möglich setzen wir zuerst bei Sachkosten, unseren Strukturen und Prozessen an. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass sich diese Transformation auch auf Personalkosten und damit auf Mitarbeitende auswirken könnte. Solche Schritte gehen wir umsichtig und sozialverantwortlich an und  binden unsere Mitarbeitenden wo immer möglich ein. Mit unseren Herausforderungen ist die Post kein Sonderfall – sie betreffen heute praktisch alle IT‑Organisationen grosser Unternehmen, die mit wachsender Komplexität, Kostendruck und dem rasanten technologischen Wandel umgehen müssen.

Zum Schluss, Wolfgang Eger: Wie machen Sie sich persönlich fit für diesen Transformationsschritt?

Ich investiere viel Zeit in den Dialog mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um sie mit auf die Reise zu nehmen. Der Schritt löst auch Unsicherheiten aus und nicht auf jede Frage gibt es bereits eine Antwort. Gleichzeitig ist mir wichtig, lernfähig zu bleiben. Diese Transformation verlangt nicht nur neue Strukturen, sondern auch ein verändertes Mindset – bei mir genauso wie bei der ganzen IT.

Update (15.06.2026)

Update (15.06.2026):

Im Zuge der angekündigten Neuausrichtung ihrer IT konkretisiert die Post die nächsten Schritte und hat dazu ein Konsultationsverfahren eröffnet. Die Mitarbeitenden können vom 15. Juni bis zum 3. Juli 2026 Vorschläge einbringen, wie die erwarteten Stellenverluste und Anpassungen von Arbeitsverhältnissen vermieden, begrenzt oder deren Folgen gemildert werden können. Aktuell rechnet die Post mit einem Abbau von maximal 57 Stellen und rund 22 Änderungskündigungen. Für die betroffenen Mitarbeitenden gelten die bestehenden Sozialpläne.
Alle Eingaben werden geprüft, von der Konzernleitung freigegeben und etwa Mitte August an die Mitarbeitenden kommuniziert. Die Sozialpartner sind im gesamten Prozess einbezogen.

Update (17.08.2026)

Nach Abschluss der Konsultation rechnet die Post mit maximal 40 Stellenverlusten und 20 arbeitsvertraglichen Änderungen. Somit konnten die erwarteten personellen Auswirkungen von bis zu 80 Mitarbeitende auf 60 reduziert werden. Bei den betroffenen Mitarbeitenden mit negativen Auswirkungen wird der Sozialplan Post für GAV-Mitarbeitende bzw. der Sozialplan für Kader angewandt. Die Umsetzung wird frühestens per 01.01.2027 erfolgen. Die Post hat zudem entschieden, aufgrund der Auswirkungen auf das Personal in der Schweiz den geplanten Ausbau des IT-Hubs in Lissabon bis auf Weiteres zu sistieren.