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Post hat alle Filialen mit Partner modernisiert

Post hat alle Filialen mit Partner modernisiert

Interview: Umrüstung auf bediente Theken – Gründe, Vorteile und Zufriedenheit der Partner.

Lesezeit 5 Minuten

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Martin Widmer, werfen wir einen Blick zurück. Die Filialen mit Partner der Post gibt es seit 2005. Wie haben sie sich in diesen gut 20 Jahren etabliert?

Die Filialen mit Partner sind als Zugangspunkte der Post nicht mehr wegzudenken. Sie bieten alle täglich nachgefragten Dienstleitungen einer eigenbetriebenen Postfiliale an. Das sind circa 90 Prozent der Dienstleistungen, die die Post in ihren eigenen Filialen anbietet. Bei den Postkundinnen und -kunden sind die Partnerfilialen übrigens genau so beliebt wie die eigenbetriebenen Filialen. Dies zeigen die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsumfragen, die wir quartalsweise durchführen.

Warum hat denn die Post in den Filialen mit Partnern die Selbstbedienungstheken durch bediente Theken ersetzt, wenn die Kundschaft offenbar zufrieden war?

Gerade aus diesen Kundenrückmeldungen haben wir gelernt, dass unsere Kundinnen und Kunden gerne bedient werden möchten, wenn sie ihre Postgeschäfte in den Filialen mit Partner erledigen wollen. Das ist einer der Gründe, warum wir die alten Selbstbedienungstheken durch eine bediente Form ersetzt haben. Die Kunden schätzen die bediente Form sehr.

Und was waren weitere Gründe?

Die Selbstbedienungstheken waren veraltet. Es sind neue Dienstleistungen hinzugekommen, wie zum Beispiel das Ausfüllen von Zollerklärungen für Auslandssendungen, die wir technisch gar nicht mehr hätten anbieten können. Mit der modernisierten Theke werden wir nun auch solchen «regulatorischen Anforderungen» gerecht. Ausserdem können die Filialen mit Partner ihre Kundinnen und Kunden jetzt viel schneller bedienen. Das alte Modell war zum Teil erklärungsbedürftig, und am Ende mussten die Kundinnen und Kunden ihre Postgeschäfte so oder so an der Kasse bezahlen. Nicht zuletzt braucht die bediente Theke viel weniger Platz, was für kleine Dorfläden ein weiterer Vorteil ist.

Wie ging die Umwandlung vonstatten und wie haben die Partner reagiert?

2018 haben wir das neue Modell zuerst auf Herz und Nieren getestet. Mit dem Umwandlungsprozess haben wir 2019 angefangen und konnten nun nach fünf Jahren am 31. Dezember 2023 die letzte Selbstbedienungstheke aus dem Betrieb nehmen. Heute haben wir den bedienten Service in rund 1200 Filialen mit Partnern im Einsatz. Wir haben mit jedem einzelnen Partner Gespräche geführt, die Umsetzbarkeit geprüft, Konditionen besprochen und neue Verträge vereinbart. Die Partnerfilialen haben verstanden, dass es die neuen Bedientheken braucht.

Apropos Gespräche, wie hoch ist bei den Filialen mit Partnern die Zufriedenheit über die Zusammenarbeit mit der Post?

Dass wir rund 1200 Filialen mit Partner erfolgreich umgerüstet haben, zeigt aus meiner Sicht die hohe Akzeptanz der neuen Bedientheken und sagt gleichzeitig auch viel über die Zufriedenheit mit der Partnerschaft zwischen den Filialen mit Partner und der Post aus. Unsere vierteljährliche Partnerzufriedenheitsumfrage lässt zwei Hauptaussagen zu: Die Partnerfilialen bewerten die Betreuung und technische Abwicklung als gut. Die Zufriedenheit mit den Konditionen liegt in einem mittleren Bereich.

Entschädigt denn die Post die Filialpartner ungenügend? Man hört zuweilen auch, für die Filialpartner lohne sich der Betrieb der Filialen mit Partner der Post nicht mehr.

Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind überzeugt, dass die Post ihre Partner kostendeckend entschädigt. Die Tatsache, dass wir rund 1200 aktive Partnerschaften haben, bestärkt uns in dieser Überzeugung. Wir entschädigen sie nach anfallendem Aufwand. Aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung haben wir Anfang Januar die Vergütung für die Filialen mit Partner zudem erhöht. Und ja, natürlich wünscht sich grundsätzlich jeder Partner mehr Geld – wir wollen eine beidseitig faire Abgeltung leisten, die sich an der tatsächlichen Nutzung der Filiale orientiert. Als Post bezahlen wir unseren Partnern eine kostendeckende Abgeltung. Wir können aber unsere Partner nicht quersubventionieren oder gar retten, wenn das Stammgeschäft nicht gut läuft. Ein Zusatznutzen für die Partner ergibt sich, wenn es ihnen gelingt, aus Postkunden eigene Kunden zu machen.

Und wie sieht es mit den angeblich verschärften Bedingungen aus?

Als Verschärfung verstehen könnte man allenfalls unsere Bestrebungen, die Zugänge auch zu Partnerfilialen aufgrund des Gleichstellungsgesetzes barrierefrei zu gestalten. Dazu führen wir mit unseren bestehenden Partnern Gespräche und gehen neue Partnerschaften nur ein, wenn die Barrierefreiheit gegeben ist.

Führt das zu den rund 70 Kündigungen von Filialen mit Partnern pro Jahr?

Lassen Sie mich diese Zahl einordnen: Kündigungen gibt es, ja. – Die Fluktuation bei unseren Partnerfilialen lag in den letzten Jahren stabil bei rund 6 Prozent jährlich. Diese hat sich im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr nicht verschärft. – Das bedeutet jedoch nicht, dass circa 70 Filialen mit Partner pro Jahr verschwinden, sondern dass circa 70 Verträge neu gemacht werden müssen – darin enthalten sind zum Beispiel alle Geschäftsübergaben oder Franchiser-Wechsel, wo das Postangebot unverändert weiterbesteht. Von diesen Änderungen bekommen Kundinnen und Kunden meist gar nichts mit. Im Laufe des Jahres 2023 hatten wir zum Beispiel 79 Vertragsauflösungen, davon 28 ohne direkte Nachfolgelösung, aber insgesamt nur 11 Partnerfilialen weniger als 2022. Es gab ja auch Neueröffnungen. Es sind insgesamt also nicht rund 70 Filialen verschwunden, sondern nur etwa zehn, also nicht 6 Prozent, sondern knapp 1 Prozent. Zehn Veränderungen, bei denen wir wie bei jeder Veränderung den Dialog mit den Gemeinden führen, um einen alternativen Postservice zu finden und anzubieten.

Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Anzahl Zugangspunkte der Post in der Schweiz von Januar 2015 bis Januar 2023. Kategorien: Filialen, Filialen mit Partner, Hausservice, My Post 24-Automaten, My Post Services und GK-Stellen. Filialen nehmen ab, Partnerfilialen und Hausservice steigen deutlich.
© Die Schweizerische Post
Filialen
JahrFilialenFilialen mit PartnerHausserviceMy Post 24My Post ServicesGK-StellenTotal Zugangs- punkte
Dez 151464735129555-223571
Dez 161324850131978200293800
Dez 171189968132694194443815
Dez 181080105813411112031143907
Dez 1998211371786148569131 4753
Dez 20904119417971835021624742
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Dez 22773125418862245532104900
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