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Die Schweizerische Post - Zur StartseiteMedienblog

Warum hat Roger Federer eine eigene Briefmarke?

Die Post entscheidet jährlich über Sondermarken – darunter auch eine für Roger

Lesezeit 4 Minuten
  • Silvana Grellmann|Mediensprecherin|20.10.2022Lesezeit 4 Minuten
© Die Schweizerische Post

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Vielfältiger könnten die Themen auf den jährlich erscheinenden Briefmarken kaum sein. Es gibt Briefmarken zu speziellen Tagen, Sportanlässen oder Jubiläen. Eine Briefmarke zum Pfadi-Bundeslager? Eine «Müntschi»-Marke zum Valentinstag? Das sind nur zwei Beispielen von über 30 Briefmarken, welche die Post dieses Jahr schon veröffentlicht hat. Doch nicht nur verschiedene Anlässe oder Jubiläen werden auf Briefmarken verewigt, sondern auch Schweizer Persönlichkeiten. Tennis-Legende Roger Federer hat etwa 2007 als erste lebende Persönlichkeit eine Briefmarke erhalten. Die Briefmarke zeigt Federer nach seinem vierten Triumph in Wimbledon. Damit hat die Post seine weltweit herausragenden Leistungen anerkennt. Doch wer entscheidet denn eigentlich darüber, ob es eine Briefmarke gibt? Antwort: Die Herausgabe von Briefmarken verantwortet die Post – und entscheidet damit auch über das Briefmarkensujet. 

Pro Jahr werden 10 bis 12 Gesuche bewilligt

Jährlich gehen bei der Post 20 bis 30 Gesuche von Menschen, Organisationen und Unternehmen ein, die sich für eine Sondermarke stark machen. Weil das Jahresausgabeprogramm thematisch ausgewogen und von einem «allgemeinen Interesse» sein soll, bewilligt die Post jeweils nur zehn bis zwölf Gesuche. Grünes Licht gibt jeweils die Briefmarkenkommission. Sie besteht aus sieben Mitgliedern. Nebst Vertretern der Post ist das Museum für Kommunikation in Bern sowie der Briefmarkenhändlerverband (SBHV) und der Verband der Sammlervereine (VSPhV) in der Kommission vertreten.

Selbstverständlich dürfen Briefmarkensujets weder gegen gesetzliche Vorgaben noch ethische Standards verstossen. Ebenso ist die Post als bundesnahes Unternehmen grundsätzlich politisch neutral. Bis aus einem Gesuch eine Briefmarke entsteht, dauert es in der Regel ein ganzes Jahr. Letztes Jahr hat etwa der Verband Kaminfeger Schweiz für sein 125-Jahr-Jubiläum ein Gesuch eingereicht. Das Resultat: Die Briefmarke «125 Jahre Kaminfeger Schweiz». Ein weiteres Gesuch stammte von der Schweizer Kunstformation Mummenschanz, die 2022 ihr , 50-jähriges Bestehen feierte. Beide haben für die Briefmarken grünes Licht erhalten. 

Neben den eingereichten Gesuchen kann auch das Team «Briefmarken und Philatelie» der Post Themen vorschlagen. Das Team besteht aus zwölf Personen, die sich voll und ganz den Briefmarken widmen. Auch sie achten darauf, dass die Themen die Vielfalt und Kultur unseres Landes aufzeigen und dokumentieren. Deshalb sind auf Briefmarken zum Beispiel herausragende Persönlichkeiten wie Friedrich Dürrenmatt, spannende Begebenheiten oder interessante Geschichten oder Jubiläen zu besonderen Ereignissen wie beispielsweise dem Pfadi-Bundeslager 2022 zu sehen.

Übrigens: Die Briefmarkenkommission ist es auch, die aus Vorschlägen von Gestaltern letztlich das definitive Motiv auf einer Briefmarke bestimmt. 

Einige Briefmarken aus dem aktuellen Jahr

Briefmarke mit der Aufschrift ‚Helvetia 110‘. Illustration eines Wanderschuhs, der als Berglandschaft gestaltet ist: grüne Wiesen mit Hütten, Bäume, ein Wanderweg, Seilbahnkabinen und ein Gipfel mit Berghütte und Schweizer Fahne. Unten steht ‚Nicole Vögeli‘ und das Jahr 2022.
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Briefmarke mit der Aufschrift ‚Helvetia‘ und dem Text ‚125 Jahre Kaminfeger Schweiz‘ in drei Sprachen. Illustration zeigt zwei stilisierte Kaminfeger in schwarzer Kleidung und Zylinder, eine Leiter, rote Hausdächer und blaue Fassaden. Links ein Kaminbesen. Unten steht ‚Andreas Guntensperger‘ und das Jahr 2022.
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Briefmarke mit der Aufschrift ‚BuLa CaFé CaFe 2022‘ und ‚Helvetia 110‘. Illustration zeigt vier Personen um ein großes Lagerfeuer, eine spielt Gitarre, andere rösten Marshmallows. Im Hintergrund Zelte und Berge. Unten steht ‚Marisa Zurcher‘ und das Jahr 2022.
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Briefmarke mit der Aufschrift ‚Helvetia 110‘. Darstellung einer Figur aus grauen, flexiblen Schläuchen mit zwei großen runden Öffnungen als Augen. Die Figur hält blaue Vorhänge zur Seite. Unten steht ‚Janine Aebischer‘ und das Jahr 2022.
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Briefmarke in Form roter Lippen mit einem ausgeschnittenen Herz in der Mitte. Darauf steht in weißer Schrift ‚Helvetia 110‘. Unten rechts der Name ‚Isabelle Bühler‘ und das Jahr 2022.
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Ein Blick in die Geschichte der Briefmarke

Die Geschichte der Briefmarke beginnt mit der britischen Postreform im Jahre 1839. Rowland Hill, ein Reformator des englischen Postwesens schlug damals vor, dass alle Briefe zu einem einheitlichen Preis an alle Bestimmungsorte im Vereinigten Königsreich versendet werden können. Der Preis sollte einen Penny betragen. Offen war nur noch, auf welche Weise das Porto bezahlt werden konnte. Hill schlug vor, dass dies mit einem auf der Rückseite mit einer Klebemasse versehenen kleinen Stück Papier geschehen sollte. Die Idee der Briefmarke war geboren.

In der Schweiz waren zu diesem Zeitpunkt die einzelnen Kantone für das Postwesen zuständig. Nach und nach fanden die Verantwortlichen Gefallen an der Idee aus England und so brachten die Kantone Zürich und Genf (1843) sowie Basel (1845) die – wie sie heute genannt werden – Kantonalmarken heraus. Mit der Gründung des Schweizerischen Bundesstaates 1848 endete die Posthoheit der Kantone. Ab dem Jahr 1850 gab es zum ersten Mal Briefmarken mit nationaler Gültigkeit.